Liebe Freunde,

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Freunde sind für mich die Geschwister, die das Leben mir nie gegeben hat.

Wahre Freunde sind Menschen, die bleiben, wenn alle anderen gehen, sie fordern nie, 

sie erkennen und sie geben. Und wirklich hinter dir steht, wer sich auch einmal vor dich stellt. Menschen kommen nicht zufällig in mein Leben, sondern aus einem Grund und zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Allen diesen Menschen möchte ich am letzten Tag des alten Jahres noch einmal meine Gedanken und Gefühle mitteilen und ihnen meine Dankbarkeit, meinen Respekt und meine Achtung ihnen gegenüber zum Ausdruck bringen, denn unser wichtigster Glücksfaktor sind gelingende, liebevolle, wertschätzende, soziale Beziehungen.

Es wird in den kommenden Stunden und Tagen wieder viel vom Glück gesprochen und sich gegenseitig gewünscht. Eine Gesellschaft kann aber nur dann glücklich sein, wenn ihre Mitglieder ein hohes Maß an Mitmenschlichkeit aufbringen.

Glück hat drei Dimensionen: eine auf den Moment bezogene, eine, die das bisherige Leben im Blick hat und eine Dimension, die Zukunft und Ziele umfaßt.

Unser Wohlstand bemißt sich nicht an der Größe des Bankkontos, sondern an der Stärke unserer Bindungen. Unser Glück hat nichts mit der Größe unseres Autos zu tun, sondern mit dem Wissen, dass wir Teil einer Gemeinschaft sind. Wir zahlen keine Steuern, sondern kaufen damit Lebensqualität. Wir investieren in unsere Gemeinschaft.

Aus glücklichen Kindern werden glückliche Erwachsene - falls ihnen nicht die Sache mit den Statussymbolen und die hedonistische Tretmühle der Ehrgeizigen in die Quere kommt.

Auf sogenannten darstellerischen Konsum, der nur dazu dient, andere beeindrucken zu wollen, wird keinerlei Wert gelegt. Freundlicher Umgang miteinander, auch und gerade mit Menschen, die man kennt, ist dagegen erste Bürgerpflicht. Lächle und unterhalte dich mit Fremden. Man fragt nicht, ob Leute Hilfe brauchen. Man hilft !

Um die gesellschaftlichen Probleme zu lösen, brauchen wir nicht nur einen wachen Verstand, eine kluge Politik und eine ebensolche Gesetzgebung, sondern vor allem auch die Kunst und ihre subversiven, befreienden und auch identitätsstiftenden Kräfte. Bröckelt nicht das Fundament unserer bürgerlichen Gesellschaft, der Humanismus? Haben sich Ethik und Moral nicht längst im digitalen Netzt verheddert, und wird der Mensch, seiner Geheimnisse und seines Gedächtnisses beraubt, nicht längst modelliert nach dem Wunschbild der Kinder aus Silicon Valley, einem Bild, das wir, in der Blase der Selbstlüge, für unser eigenes halten?

Wir sind allein für unsere Entscheidungen verantwortlich, und wir müssen die Konsequenzen aller unserer Taten, Worte und Gedanken ein Leben lang tragen.

Niemand sieht eine Blume mehr. Wir haben nicht mehr die Zeit, uns etwas anzusehen. Das braucht Zeit, so wie es Zeit braucht, sich jemanden zum Freund zu machen. Es gibt keine größere Belohnung als zu geben. Menschen, die sich die Hand reichen, sind stärker als Panzer.

Die Frage des Friedens ist nicht zuerst eine Frage an die Welt, sondern für jeden an sich selbst.

Lebenskunst ist, Problemen nicht auszuweichen, sondern daran zu wachsen.

Wer einen Regenbogen haben will, muß den Regen akzeptieren.

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Auch wir mußten uns in dem alten Jahr schmerzhaften Problemen stellen.

Verletzlichkeit wurde gleichgesetzt mit Unsicherheit und emotionaler Zurschaustellung.

Wenn wir scheitern, Fehler machen oder uns ein Missgeschick passiert, kurz: wenn wir das Gefühl haben, nicht genug zu sein, liegt die Scham immer auf der Lauer. Ohnehin kaum auszuhalten, werden diese Gefühle noch unerträglicher durch die Überzeugung, auf keinen Fall anderen zeigen zu dürfen wie elend man sich fühlt. Scham isoliert.

Leider ist es ein Verhängnis unserer Kultur, daß sie sich materiell viel stärker entwickelt hat als geistig. Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.

Erst der Verlust offenbart uns den Wert der Dinge. Lieb gewordene Dinge zu verlieren ist häufig der Preis für das Experiment, das unser Leben darstellt. Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling. Und ein Mensch ist nicht am Ende, wenn er besiegt wird.

Er ist am Ende, wenn er aufgibt. Und ein Mensch, der anderen Probleme bereitet, schafft sich auch selbst welche, denn nur der Schwache wappnet sich mit Härte. Wahre Stärke kann sich Toleranz, Verständnis und Güte leisten. Wenn du immer versuchst, normal zu sein, wirst du nie erfahren, wie besonders du sein kannst. Und die Hoffnung dabei ist der Regenbogen über den herabstürzenden Bach des Lebens.

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„Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen.

 Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren.

 aber aufgehört haben zu leben.“  

                                                        MARK TWAIN

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Uns allen gemeinsam ein gesundes, friedliches, liebevolles und gutes Jahr 2019

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Eure Siggi und Uwe vom kunsthofgohlis

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Dresden, den 31. Dezember 2018

Projekt Stiftung-kunsthofgohlis 2018